Mediation

Eine kleine Metapher zum Einstieg:

Ein Vater beobachtet, wie sich seine zwei Kinder um eine Zitrone streiten. Am Anfang sieht er noch zu, doch als es immer lauter wird, geht er hin und teilt sie gerecht in 2 Hälften. Doch beide Kinder fangen an zu heulen. Er fragt, warum sie mit der gerechten Teilung nicht zufrieden seien. Schluchzend sagt ihm seine Tochter, sie habe die Schale für eine Bastelaufgabe in einem Stück ab- schälen wollen. Mit der halben Schale könne sie nichts anfangen. Darauf hin grollt ihr Bruder, er habe die Frucht auspressen wollen, um sich ein Glas heiße Zitrone zubereiten zu können. So erkennen beide, daß sie das Ganze hätten haben und zufrieden sein können, wäre nicht der gerechte Vater vorschnell dazwischen gegangen, sondern hätte ihnen geholfen, ihre Wünsche, Bedürfnisse, ihre Interessen auszutauschen.

Konflikte sind normal - nicht nur bei Kindern im Streit um eine Zitrone (vgl. die Metapher als Beispiel). Konflikte zwischen Nachbarn, (Ehe-, Geschäfts- oder anderen) Partnern und Gesellschaftern, in Familien und Lebensgemeinschaften, am Arbeitsplatz, zwischen Unternehmen, im Handel und Straßenverkehr, zwischen Kollegen und Unternehmen, zwischen Mietern und Vermietern, ... kommen überall und alltäglich vor. Sie resultieren häufig aus unterschiedlichen Wahrnehmungen, Mißverständnissen oder - oft nur vermeintlich - unterschiedlichen Interessen. Konflikte sind an sich nicht schädlich, sie können vielmehr auch Anlaß zu positiver Veränderung und Innovation sein. Vielfach wissen die Betroffenen aber nicht, wie sie einen Streit (konstruktiv) lösen können. Es bleibt dann offenbar nur das streitige Verfahren, der Gang zum Gericht, womit die Parteien die Kontrolle über das Verfahren und dessen Ergebnis weitgehend aus der Hand geben. Das kostet Zeit, Geld und Nerven. Streiten will gelernt sein !

Es gibt Möglichkeiten, mit Konflikten konstruktiv umzugehen -eine dieser Möglichkeiten ist das Verfahren der sog. "Mediation", über das ich an dieser Stelle kurz informieren möchte: Bei der Mediation handelt es sich um eine alternative Methode der Konfliktbearbeitung. Mediation ist konstruktive Konfliktlösung mit Hilfe einer neutralen, dritten Person, bei der sog. "win-win-Lösungen" angestrebt werden und auf dem Prinzip der Freiwilligkeit beruht.

Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, daß Konfliktpartner fähig sind, die für sie akzeptable Lösung gemeinsam zu finden. Das setzt natürlich voraus, daß die Beteiligten wieder in ein Gespräch kommen, das konstruktiv ist, so daß alle Meinungen und Sichtweisen gehört werden.

Dazu brauchen die meisten Menschen in Konfliktsituationen Unterstützung in der Person eines Mediators. Sie übernehmen diese Aufgabe - ohne dabei Vorschläge zu machen, Verurteilungen auszusprechen oder Partei zu ergreifen. Bei Mediation geht es um Einsicht - nicht um Rechthaberei. Es gibt keine Verlierer; beide Parteien können im konstruktiven Gespräch nur gewinnen. Mediation ist vornehmlich eine verbale Methode. Das bedeutet, daß das Sich-Mitteilen (Fakten und Gefühle) und das gegenseitige Zuhören eine wichtige Rolle spielen. Mediatoren sind dafür verantwortlich, daß dies in richtiger Weise geschieht und tatsächlich die richtigen Konfliktpunkte herausgearbeitet werden.

Mediation ist aber auch eine andere Denkweise - eine uns oft ungewohnte Form des Reagierens. Es geht darum, verschiedene Aspekte zu betrachten, offen, ehrlich und kreativ zu sein.

Oft ist die Mediation in betrieblichen oder familiären Konfliktsituationen die einzige Alternative zur Gerichtsverhandlung, die zeitlich und finanziell viel höhere Risiken für die Beteiligten birgt. Zudem sind die Parteien nach einer juristischen Auseinandersetzung häufig völlig zerstritten und das Vertrauensverhältnis ist nachhaltig gestört oder ganz zerstört.

Die Konfliktlösung mit Unterstützung eines stundenweise honorierten professionellen Mediators ist oft kostengünstiger als die streitige Austragung einer Sache unter Anwendung der "klassischen" Verfahrensweisen", wo der Streitwert die Höhe der Gebühr bedingt. Bei untergeordneten Streitigkeiten mit geringem Streitwert und wenig persönlichen Beziehungen der Betroffen zueinander kann ein reines Gerichtsverfahren kostengünstiger sein. Mitunter bringt die Mediation keine Lösung, so daß Kosten des Gerichtsverfahren zusätzlich anfallen. Andererseits besteht die Gefahr weiterer gerichtlicher Auseinandersetzungen, soweit vor Gericht kein Konsens erzielt werden konnte. Der Nachbar z. B. der vor Gericht verloren hat, sucht häufig ein weiteres Verfahren, um den Gesichtsverlust auszugleichen. Bei einer bloßen Mediation ohne anwaltliche Begleitung besteht die Gefahr, das die erzielte Benachteiligung eine Seite gegenüber der rechtlichen Situation zu stark benachteiligt. So sollte bei existentiellen Streitigkeiten immer ein Rechtsanwalt zu Rate gezogen werden.

Es gibt unzählige Möglichkeiten, im Rahmen eines Mediationsverfahrens hervorragende Ergebnisse für alle Beteiligten zu erreichen - das zeigt die Erfahrung. Bitte sprechen Sie mich an. Gerne berate ich Sie ausführlich über die Möglichkeiten der alternativen Konfliktbewältigung durch Mediation.

Die hier dargestellten Inhalte dienen lediglich der ersten, überblicksartigen Information des Ratsuchenden und sind keinesfalls geeignet, die persönliche und verbindliche Beratung durch den Rechtsanwalt zu ersetzen. Alle Angaben erfolgen demnach unverbindlich und ohne Gewähr.

Rechtsanwalt Christoph Roland Foos
Rechtsanwalt & Fachanwalt für Erbrecht - Magister der Verwaltungswissenschaften
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